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Deutschlands erster Windpark auf dem Meer

Deutschlands erster Hochsee-Offshore-Windpark (OWP) Testfeld alpha ventus (ehemals Borkum West) speist seit Herbst 2009 mit Offshore-Windenergieanlagen (OWEA) der Fünf-Megawattklasse Energie in das Stromnetz ein. Die bis zu 180 Meter hohen OWEAs stehen ca. 45 Kilometer nördlich von der Nordseeinsel Borkum entfernt in bis zu 30 Meter tiefem Wasser.  
Weltweit liegen bislang keine Erfahrungen mit dem Bau und Betrieb von Offshore-Windparks in vergleichbarer Wassertiefe und in so großer Entfernung vor der Festlandküste vor. Die im Testfeld alpha ventus gesammelten Erfahrungen werden für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland von großer Bedeutung sein, denn technologische Herausforderungen können nur durch den praktischen Einsatz erster Testanlagen bewältigt werden.

Das Testfeld im Überblick

Betreiber DOTI
Lage AW-Zone
Anlagenzahl 12
Nennleistung 5 MW je Anlage
Gesamtleistung 60 MW
Gründung Tripod-/ Jacket-Fundamente
Wassertiefe 30 m
Küstenentfernung                                  45 km
Kabellänge 60 km
Anschlusspunkt Emden in Niedersachsen                 

Zeittafel

1999-2001: Antragsverfahren für die Errichtung des Windparks Borkum-West, später umbenannt in alpha ventus, durch die PROKON Nord GmbH

November 2001: Genehmigung durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)

Juli 2005: Gründung der Stiftung Offshore-Windenergie und Verkauf der Nutzungsrechte der PROKON Nord GmbH an die Stiftung

Juni 2006: Gründung der Deutschen Offshore-Testfeld und Infrastruktur-GmbH & Co. KG (DOTI) zur Realisierung des Testfelds alpha ventus

Dezember 2006: Pachtvertrag zwischen DOTI und Stiftung Offshore-Windenergie

Juni 2007: Vertragsunterzeichnung Multibrid Entwicklungsgesellschaft mbH als Generalunternehmer für Bau und Errichtung von sechs OWEAs vom Typ M5000

Juli 2007: Baubeginn Netzanschluss und Kabeltrasse auf Norderney

Januar bis Juli 2008: Montage der Tripods für WEA M5000

Juli/August 2008: Montage, Aufrichtung und „Hochzeit“ des Jacket Ober- und Unterteils des Offshore-Umspannwerkes

15. / 18. August 2008: Beginn der Seekabelverlegung durch E.ON Netz

19. September 2008: Beginn der Rammarbeiten – Start der Bauarbeiten auf See

27.September 2008: Fertigstellung des Umspannwerkes

24. November 2008: Vertragsunterzeichnung über sechs REpower 5M

16. Dezember 2008: Dr. Claus Burkhardt (EWE) löst Wilfried Hube in der Geschäftsführung der DOTI ab

ab April 2009: Errichtung Fundamente für WEA M5000 von AREVA Multibrid; anschließend Errichtung der WEA M5000

ab Mitte Juni 2009: Errichtung der sechs WEA Repower 5M

August 2009: Einspeisung erster Offshore-Windenergie ins deutsche Stromnetz

27. April 2010: offizielle Eröffnung von alpha ventus

Beteiligte am Testfeld alpha ventus

Die Stiftung Offshore Windenergie ist Inhaberin der Rechte des genehmigten Testfelds und verpachtet Standorte für Windenergieanlagen im Testfeld an Betreibergesellschaften. Sie moderiert den Prozess zwischen Herstellern, DOTI und Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, informiert die Öffentlichkeit und begleitet politische Prozesse.

Im Stiftungskuratorium vertreten sind Banken und Finanzierungsgesellschaften, Baugesellschaften und Zulieferer, Energieversorgungsunternehmen, Hersteller von Offshore-Windenergieanlagen, Interessenverbände für Windenergie, regionale Wirtschaftsverbände für Windenergie, weitere Verbände und Vereine, Versicherungen und das für die Offshore-Windenergie federführend zuständige Bundesministerium, das für Belange der Seeschifffahrt und des Seeverkehrs zuständige Bundesministerium, die für die Offshore-Windenergie und die damit im Zusammenhang stehenden Fragen federführend zuständigen Ministerien der Küstenländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Das Konsortium DOTI der Betreibergesellschaften, bestehend aus E.ON Energy Projects GmbH, EWE AG und Vattenfall Europe New Energy GmbH, erwirbt die Anlagen vom Hersteller, pachtet den Standort im Testfeld und schließt Verträge über Wartung, Betrieb und die Fortentwicklung mit dem Hersteller ab.

Der Übertragungsnetzbetreiber transpower stromübertragungs GmbH (ehemals E.ON Netz GmbH) stellt die 60 km lange Netzanbindung zum Anschlusspunkt Emden in Niedersachsen bereit.

Gründungskonzepte und Errichtung

Zwei Anlagentypen und Gründungskonzepte werden in Testfeld erprobt: Die Betreibergesellschaft wird sechs Anlagen des Typs REpower 5M auf ein Jacketfundament stellen.  Zum anderen ist die Errichtung von sechs Multibrid-Anlagen (M5000) auf einer Tripod-Struktur geplant. Während die REpower-Anlagen bereits im Windpark  „Beatrice“ vor der schottischen Küste Strom produzieren ist der Einsatz der M5000 eine Offshore-Taufe. 


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