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Projekte im Detail

In der Nord- und Ostsee gibt es verschiedene Plattformen. Genauere Informationen sind an folgenden Stellen zu erhalten:

FINO 1

In der Nordsee nahe den bereits genehmigten Offshore-Windparks „Borkum Riffgrund“ und „Borkum West“ wurde die Forschungsplattform FINO 1 errichtet. 

Die Germanischer Lloyd WindEnergie GmbH (GL-Wind) ist mit der Koordination des Baus, der Aufstellung und Inbetriebnahme sowie des Betriebes der Plattform beauftragt. Die Forschungsplattform wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), vertreten durch das Forschungszentrum Jülich GmbH (Projektträger Jülich PTJ), finanziert.

Die Gründungsstruktur ist ein so genanntes "Jacket". Die geschweißte Stahlkonstruktion ist 48 m hoch und ragt somit 20 m über die Wasseroberfläche hinaus. Das Jacket wurde mit vier 38 m langen Rammpfählen im Meeresboden verankert. Auf dem Jacket wurde eine 16 m * 16 m große Plattform mit zwei  Krananlagen und fünf Container-Aufbauten für die Messtechnik, Radarsysteme, Notunterkunft und ein Dieselgeneratorenset angebracht. Auf der Plattform ist ein Helikopterdeck und ein 80 m hoher Windmast installiert.

Die Plattform sammelt Daten zu den meteorologischen, ozeanographischen und biologischen Verhältnissen sowie zur Strukturdynamik in der Deutschen Bucht. Eine Zusammenfassung der zentralen Fragestellungen finden Sie hier Externer Link. Der Betrieb der Plattform erfolgt vollautomatisch bzw. per Fernsteuerung. Personen halten sich nur für Wartungsarbeiten und Probenentnahmen auf der Plattform auf. Die Daten werden per Funk zur nächstgelegenen Landstation auf Borkum über eine Richtfunkstrecke übertragen.

Der Messbetrieb läuft seit September 2003 erfolgreich.

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FINO 2

Die Plattform FINO 2 in der Nähe des Windparks „Kriegers Flak“ in der Ostsee nördlich von Rügen (siehe Karte) wurde im Mai 2007 in Betrieb genommen. Das Projekt verfolgt ähnliche Ziele wie das Projekt FINO 1. Das BMU fördert FINO 2 mit 3,24 Mio. Euro. 1,26 Mio. Euro werden vom Land Mecklenburg-Vorpommern beigesteuert. Zuwendungsempfänger und Projektleiter ist das Schifffahrtsinstitut Warnemünde.

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FINO 3

Das Projekt FINO3 hat das Ziel, an einem exemplarischen Standort 80 km vor der Küste Schleswig-Holsteins in 22m Wassertiefe Daten zu sammeln. Die Ergebnisse sollen dazu genutzt werden, die bestehenden Risiken beim Bau und Betrieb von küstenfernen Offshore-Windparks zu reduzieren. Die Plattform wird in der Nähe der Windparks "Dan Tysk",  "Sandbank 24" und "OSB Butendiek" realisiert.

Das Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel begleitet Entwicklung, Bau, Errichtung und Betrieb von FINO3. An der Finanzierung sind das Land Schleswig-Holstein, der Europäische Fonds für regionale Entwicklung und das Bundesumweltministerium beteiligt.

Besondere Schwerpunkte auf FINO3 sind die Ermittlung von Blitzparametern, Turbulenz-Messungen im Offshore-Wind, Vor- und Nacherkundung des Baugrundes sowie geotechnische In-situ-Messungen. Daneben werden wie schon auf den anderen zwei Forschungsplattformen Fino I und II meteorologische und hydrologische Messdaten erhoben sowie Beobachtungen zum Vogelzug durchgeführt. Projektentwickler können die Ergebnisse nutzen, die bestehenden Risiken beim Bau und Betrieb von küstenfernen Offshore-Windparks zu reduzieren.

Baubeginn an Land war Herbst 2007. Anfang April 2008 wurden die in Malchin, Vorpommern, gefertigten Plattformhälften nach Cuxhaven via Oder und Elbe gebracht. Mitte September wurde die Forschungsplattform onshore fertig montiert.

Der in Rostock gefertigte Monopile wurde im Juli 2008 nach Cuxhaven verschifft und Anfang August als erste Offshore-Arbeit in den Nordseeboden getrieben.

Die weitere geplante abschließende Offshore-Montage (Aufsetzen des Transition-Pieces) wurde nach mehreren gescheiterten Versuchen im August und Oktober 2008 auf Juni 2009 verschoben.

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Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel Externer Link
Workshop Fino3 zum Schallschutz

 

Messpfahl "Amrumbank West"

Der Messmast "Amrumbank West" befindet sich seit April 2005 auf der Position 54° 30' und 7° 42' zwischen den geplanten Offshore Windparks "Amrumbank West" und "Nordsee Ost", nord-nordwestlich der Insel Helgoland.

Die Gründung der Messplattform ist ein 275 t schwerer Monopile. Die Wassertiefe am Standort beträgt 23 m. Der höchste Punkt des Bauwerkes befindet sich 90 m über Seekartennull.

Gesammelt werden neben Winddaten (Stärke, Richtung und Turbulenzgrad) auch Luft- und Wassertemperatur, Sichtweiten, Wellenhöhen- und Richtung, Strömung sowie die welleninduzierte Belastung der Gründung. Die Stromversorgung der Mess- und Sicherheitseinrichtungen wird durch einen Batteriespeicher gewährleistet, der seine Energie von vier Kleinwindrädern, einem Solarpanel und als Backup-System, von einem Dieselgenerator bezieht.

Die Datenübertragung erfolgt via Kurzwelle, bzw. mit einem Satellitentelefon als Ersatzverbindung. Die Auswertung der Messdaten hat die Universität Paderborn übernommen.

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Messmast "SKY2000"

Der Messmast "SKY2000" ist ein Projekt der GEO mbH. Das Projekt soll meteorologische und hydrographische Daten insbesondere für die reibungslose Errichtung des Offshore-Windparks "SKY2000" sammeln.

Der Messmast besteht aus einem Gründungsrohr aus Stahl (60 m lang, 110 t schwer) auf den etwa 6 m über der Wasserlinie der Messcontainer verschraubt wurde. Auf dem Container ist ein 12 m hoher Messmast mit Twist-Locks und 8 Drahtseilen befestigt.

Schon bei der Errichtung des Messpfahls wurden wichtige Informationen über die Effektivität der Rammungen und der Geräuschemissionen sowie Sedimentverdriftungen gesammelt.

Die Daten werden auf einem Datenlogger im Inneren des Messcontainers zwischengespeichert und über eine GSM-Funkübertragung ans Land übertragen.

Die Messeinrichtungen sind für einen Zeitraum von 5-8 Jahren ausgelegt.

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Messmast Arkona-Becken-Südost

Der Messmast Arkona-Becken-Südost ist ein Projekt der Arkona-Windpark-Entwicklungs GmbH im Gebiet des Offshore-Windparks Arkona-Becken-Südost (s. interaktive Karte Windparks). Der Messmast hat im März 2007 den Regelbetrieb aufgenommen.

Die Gründungskonstruktion ist ein Betonschwerkraftfundament mit Stahlschaft. Auf den Stahlschaft wird eine Übergabeplattform mit Messcontainer montiert, die einen Messmast mit neun Messebenen trägt.

Zur Windstärken- und Windrichtungsmessung werden Anemometer und Ultraschallanemometer sowie Windfahnen eingesetzt. Ozeanographiesensoren bestimmen Wellen- und Strömungsparameter. Kleinwindräder, Solarzellen und ein Notstromdieselgenerator versorgen den Messmast mit Strom.

Die Messdaten werden mittels Kurzwelle und Satellitentelefon an Land übertragen und von der Universität Paderborn ausgewertet.

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Einstellungen

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Glossar

Anemometer

(von griechisch anemos = Wind) oder Windmesser dient zur Messung der Windgeschwindigkeit.

Gründung

Fundament für die Offshore-Windkraftanlagen

Jacket

Gründungsstruktur: vierbeinige stählerne Fachwerkkonstruktion.

Monopile

Gründungsrohr

Richtfunkstrecke

Richtfunk ist eine Technik zur Fernübertragung von Informationen mittels Funkwellen.

Twist-Locks

Twist-Locks (engl: twist = verdrehen, lock = Schloß) sind Verriegelungen, die Container aber auch Bauelemente und/oder mit einem Trägerverbinden.

Ultraschallanemometer

Luft transportiert Ultraschallwellen. Bei geschickter Anordnung von Ultraschallsender und –Sensor kann aus der Verschiebung der Wellen beim Weg vom Sender zum Sensor die horizontale und vertikale Windgeschwindigkeit berechnet werden.